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Einkauf, Foto von svensonsan/flickr.com

Einkauf, Foto von svensonsan/flickr.com

Der Verbraucher hat es nicht leicht in diesen Tagen. Zum einen schocken gefährliche Bakterien in Lebensmitteln immer wieder – ich erinnere nur an die Panik wegen BSE -, zum anderen finden sich in immer mehr Produkten Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und manches Obst oder Gemüse ist sogar genmanipuliert.

Dass dann auch noch die Preise steigen, hat einem gerade noch gefehlt. Doch genau das droht uns deutschen Verbrauchern auch in diesem Jahr wieder. Mit bis zu zehn Prozent Preisanstieg rechnen die deutschen Experten der Branche.

In diesem Jahr wurden vor allem Importartikel wie Kaffee oder Zucker teurer. Insgesamt war etwa ein Viertel der Produkte von Preisanstiegen betroffen. Schuld daran trage die Globalisierung. Sie sorge dafür, dass eine Art „Verteilungskampf“ weltweit entstehe. Auch Naturkatastrophen wie Dürreperioden hatten ihren Beitrag zur Lebensmittelknappheit geleistet. Auf der anderen Seite entwickeln sich Schwellenländer immer mehr zu Industrienationen und verlangen daher mehr und bessere Konsumgüter. Ein Beispiel dafür wäre Indien. Die Nachfrage hier hat sich fast verdoppelt. Die Sprecher der Lebensmittelbranche hatten darauf hingewiesen, dass die Prognosen keineswegs Ankündigungen für Preisanstiege seien. Vielmehr solle der Verbraucher darüber informiert werden, welche Folgen er von der Globalisierung und dem Wachstum der Weltbevölkerung zu erwarten habe. Einerseits hat es da auch was Gutes an sich, dass immer neue Krisen in der Lebensmittelindustrie bekannt werden: so sorgte die Panik um den Erreger EHEC dafür, dass die Preise für Obst und Gemüse zeitweise stark abfielen und immer noch recht niedrig sind.

Dafür waren vor allem Öko- und Bio-Produkte extrem im Wert gestiegen. Umfragen ergaben jedoch, dass Konsumenten bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen, wenn ihnen dafür das Gefühl von gesunden und ungefährlichen Produkten vermittelt wird.

 

Vollwert-Ernährung / NickNguyen

Unter Vollwert-Ernährung versteht man eine Ernährung, die einem ganzheitlichem Ernährungskonzept folgt, den Professor Kollath in seiner Schrift “Die Ordnung unserer Nahrung” festgelegt hat. Aus Erfahrungen wurde nach der “Gießener Konzeption” sowie neuen ernährungswissenschaftlichen Forschungsergebnissen ein Konzept aufgestellt. Die Erfahrung eines gesunden Essens soll mit den Wissenschaft kombiniert werden.

Bei der Vollwert-Ernährung werden demnach wertvolle Lebensmittel schmackhaft und abwechslungsreich zubereitet. Während Fleisch und Eier weniger verzehrt werden, stehen pflanzliche Lebensmittel wie Vollgetreide, Gemüse und Obst sowie Milch und Milchprodukte an erster Stelle. Zusatzstoffe werden neben zu vieler Bearbeitung von Lebensmittel grundsätzlich vermieden.

Gesundheitlich wertvoll muss die Vollwert-Ernährung sein. Die Vollwert-Ernährung soll der Gesundheit des Körpers vor allem dienen. Bei einer falschen Ernährung wird der menschliche Körper schnell schwach und dementsprechend krank. Daher achtet die Vollwert-Ernährung darauf, die wichtigen und notwendigen Nährstoffe dem Körper zu bieten, damit man die Grundlage für Gesundheit, körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden sowie starke Abwehrkräfte schafft.

Neben diesen Ansprüchen stellt sich die Vollwert-Ernährung die Herausforderung auch auf die Umweltverträglichkeit zu achten. Die ökologische Aspekte von Herstellung der Lebensmittel steht einen wichtigen Punkt in der “Gießener Konzeption” dar. Alle Ernährungsarten tragen Auswirkungen auf die Umwelt mit sich. Eine Wechselbeziehung entsteht, denn Wasser, Luft und Boden wirken sich auch auf die Lebensmittelqualität aus. Die Lebensmittel einer Vollwert-Ernährung müssen daher aus einer ökologischen Erwirtschaftung kommen. Daneben müssen die Verpackung, Verarbeitung sowie die Vermarktung im umweltfreundlichen Sinne geschehen.

Die Vollwert-Ernährung möchte auch weltweit die soziale Gerechtigkeit fördern. Die Existenzlage kleiner Bauer und Agrarerzeuger sowie die Welternährungs-Situation werden in den Vordergrund gerückt. Die Befürworter einer Vollwert-Ernährung wissen sich für die Erzielung fairer Preise für Exportprodukte wie Kaffee aus den sogenannten Drittweltländern einzusetzen.

In Zeiten von ungesunder Ernährung, exzessivem Fast-Food-Konsum und alarmierenden Studien über die Gesundheit der häufig übergewichtigen Kinder in unserer Gesellschaft ist das Thema Ernährung und Essen ein an Bedeutung kaum zu überschätzendes, welches an das tägliche Leben gewisse Herausforderungen stellt. Im Sinne der Gesundheit aller lohnt es sich aber besonders für Familien sich diesem Thema zu stellen und das eigene Essverhalten zu untersuchen und ganz bewusst im Hinblick auf die Gesundheitsverträglichkeit zu gestalten.

Insbesondere für Familien hat das gemeinsame Essen eine übergeordnete Bedeutung. In Zeiten des totalen Überfluss in unserer Gesellschaft spielt das Satt werden beim Essen nicht mehr die wichtigste Rolle, sondern die Entspannung und das Zusammensein rücken in einer idealisierten Form ins Zentrum der Nahrungsaufnahme. Oftmals kann auch die Zusammenstellung der Mahlzeiten in Familien, die beispielsweise durch ein unter- und ein übergewichtiges Kind besonderen Herausforderungen gegenüber stehen, eine nicht ganz einfache Frage sein. Hier ist es natürlich wichtig, mit Augenmaß die Mahlzeiten abzustimmen, weil generell beobachtet werden kann, dass die Kinder einen sehr hohen Einfluss auf das Kochverhalten der Eltern haben. Um so wichtiger ist es dann, dass die Familie Entscheidungen in diesen Fragen gemeinsam trifft und eine gemeinsame Linie verfolgt. Bei kleineren Kinder bedeutet dies, dass klare Spielregeln unerlässlich sind. Eine große Rolle spielt hier auch die Strukturierung des Tages bzw. das Verteilen der Nahrungsaufnahme über diskrete Zeitpunkte am Tag. Wird das Kind dann größer und geht beispielsweise eigenen Freizeitaktivitäten nach, sollte man dem Kind auf jeden Fall vermitteln, dass es feste Tageszeiten gibt, an denen gemeinsam gegessen wird.

Das zunehmende Problem, dass Familien nur sehr unregelmäßig oder gar nicht gemeinsam am Tag und nur individuell essen, ist ein überaus wichtiges Thema, bei welchem von allen Seiten gegen gesteuert werden muss. Auch Ärzte, Lehrer und Erzieher sollten hier in die Pflicht genommen werden, da eine gesunde Ernährung in der Kindheit oftmals grundlegend das Essverhalten und die Gesundheit des ganzen Lebens bedingt.